Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Heute gibt es eine ganz besondere kulinarische Kindheitserinnerung aus dem Rheinland von mir: Weckmänner aus Hefeteig, die in Köln traditionell am 11. November zu Sankt Martin gegessen werden. Seit ich vor über acht Jahren nach Berlin gezogen bin, habe ich allerdings keinen von den leckeren Kerlchen mehr zu Gesicht bekommen, denn hier kennt man diesen Brauch nicht. Also habe ich sie dieses Jahr endlich mal selbst gebacken!

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Ich kann mich noch genau erinnern wie ich damals als Kind mit meinen besten Freunden und Freundinnen und unseren selbst gebastelten Laternen durchs Veedel (Kölsch für Viertel) gelaufen bin, um an den Häusern zu klingeln, Martinslieder zu singen und Süßigkeiten einzusammeln. Wenn ihr mich fragt, ein viel schönerer Brauch als dieses blöde Halloween, das außer blutigen Fingernägeln und Augäpfeln nicht viel zu bieten hat.

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Pünktlich zum Martinstag lagen dann auch die ersten Weckmänner in den Schaufenstern der Bäckereien – immer mit einem roten Lolli und einer weißen Pfeife in der Hand. Meine Weckmänner sind zwar ziemlich mopsig geworden (quasi Weckmöpse) aber dafür schmecken sie umso besser, denn bei Weckmännern gilt: je mopsiger, desto fluffiger.

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Das Geheimnis liegt wieder mal in einem Hauch von gemahlener Vanille, die in den Teig gegeben wird und dem Ganzen ein besonders leckeres Aroma gibt. Mein Freund erzählte mir übrigens gestern, dass es in Ecuador einen ganz ähnlichen Brauch gibt und dort Anfang November Guaguas de Pan gebacken werden – also Weckkinder sozusagen. Die gibt es dann vielleicht nächstes Jahr!

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

Hier geht’s zum Rezept für die Weckmänner:

Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag
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Weckmänner

Portionen 10 Stück

Zutaten

Für den Hefeteig:

  • 1 Würfel frische Hefe (42g)
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 600 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Prise gemahlene Vanille
  • 100 g flüssige Butter

Außerdem:

  • 1 Eigelb
  • 1 EL Sahne
  • 20 Rosinen

Zubereitung

  1. Die Hefe in eine Schüssel bröckeln und die lauwarme Milch darüber gießen. Rühren, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat. Die übrigen Zutaten dazu geben und mit den Händen oder der Küchenmaschine einige Minuten kneten, bis der Teig nicht mehr an den Schüsselwänden klebt. Zu einer Kugel formen, mit einem sauberen Handtuch abdecken und an einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

  2. Den gegangenen Teig einboxen, damit die Luft entweichen kann und nochmals kurz durchkneten. In 10 Stücke teilen und zu länglichen Strängen formen. Am oben Ende ein Stück für den Kopf formen und den Teig an jeder Seite einmal einschneiden für die Arme. Zum Schluss noch unten einmal einschneiden für die Beine.

  3. Die Weckmänner auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, wiederum mit einem sauberen Handtuch abdecken und nochmals 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

  4. Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Eigelb mit der Sahne verquirlen und die gegangenen Weckmänner damit bestreichen. Je zwei Rosinen als Augen eindrücken.

  5. Die Weckmänner im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene 15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind (sollten sie zu dunkel werden, mit einer Lage Alufolie abdecken).

  6. Guten Appetit!

27 thoughts on “Weckmann Rezept | Rheinische Weckmänner zum Martinstag

  1. Liebe Elena,

    Ich kenne die „Weckmänner“ von meinem Opa aus dem Badischen unter dem (interessanten) Begriff „Dambedei“ und wollte sie dieses Jahr gerne mal ausprobieren (auch wenn St. Martin und auch Nikolaus, wo es die bei ihm traditionell immer gab, schon vorbei ist)! Allerdings arbeite ich meistens mit Trockenhefe, da die frische dann doch oft nicht ganz aufgebraucht wird, und wollte daher fragen, ob ich das Rezept auch mit Trockenhefe machen kann und wenn ja, wie viel ich dafür nehmen muss? (Vielleicht gibt es ja auch eine „Faustregel“ zur Umrechnung, die ich auf deine anderen, lecker aussehenden Hefeteig-Rezepte anwenden kann? 🙃)

    Liebe Grüße,
    Laura

    1. Liebe Laura,
      toll, wieviele Varianten und Namen es für die Weckmänner gibt! Und schmecken tun sie ja sowieso das ganze Jahr über 😉
      Die Faustregel zur Umrechnung von Hefe ist immer: 3g frische Hefe = 1g Trockenhefe. Ein Würfel (42g) frische Hefe entspricht also zwei Tütchen (14g) Trockenhefe.
      Liebe Grüße & viel Spaß beim Backen!
      Elena

  2. Hallo Elena, deine Weckmänner sind auf Mallorca angekommen. 😉 Meine Jungs und ich kennen sie natürlich aus Kölle und ich auch aus dem Sauerland als Stutenkerle. Ich habe sie heute für meine Enkel zu Nikolaus gebacken. Super lecker und vermitteln ein Stück Heimat. Liebe Grüße

    1. Liebe Geli,
      so toll, meine Weckmänner reisen um die Welt! 😍 Wie schön, dass ich euch mit dem Rezept eine Freude machen konnte.
      Liebste Grüße
      Elena

  3. Liebe Elena,

    mit dem tollen Rezept hast Du mir eine große Freude gemacht!
    Seit wir aus dem Rheinland nach Bayern gezogen sind, vermisse ich die Weckmänner sehr.
    Gestern habe ich sie original nach Deinem Rezept gebacken und heute mit Dinkelmehl, beides super gelungen. DANKE!
    Ingeborg

    1. Liebe Ingeborg,
      wie schön, das freut mich sehr! Und gut zu wissen, dass das Rezept auch mit Dinkelmehl funktioniert!
      Liebe Grüße nach Bayern,
      Elena

  4. Ich hab die Weckmänner spontan zu St. Martin gemacht. Es war mein erster Versuch und sie sind auf Anhieb gelungen.
    Das beste Kompliment kam von meiner 5-jährigen Tochter, die sagte: „Mama, der Weckmann schmeckt viel besser als die gekauften.“ Das sagt doch alles.
    Vielen Dank für das tolle Rezept. Es wird bestimmt nicht der letzte selbst gebackene Weckmann bleiben.
    Viele Grüße aus dem Rhein-Erft-Kreis.

    1. Liebe Michaela,
      schön, dass sie so gut gelungen sind und euch so gut geschmeckt haben! Ich persönlich stimme deiner Tochter völlig zu, sie schmecken tatsächlich viel besser als die gekauften ;)!
      Liebe Grüße aus Berlin
      Elena

  5. Herzlichen Dank aus der Domstadt für dieses tolle Rezept.
    Auch hier entfällt heute der große Martinszug und da haben wir spontan diese Weckmänner gebacken und den Großeltern gebracht.
    Alle haben sich über die Leckereien gefreut.
    Luftig , locker, einfach perfekt!!!

    1. Liebe Silke,
      toll, wenigstens die Weckmänner bleiben uns in diesem verrückten Jahr erhalten ;)!
      Liebste Grüße in die Heimat!
      Elena

  6. Danke für das tolle Rezept! Ich habe mir damit ein Stück zu Hause (Niederrhein) ins Schwabenländle geholt.
    Wir haben den Kopf aus einer kleinen Kugel geformt und an den Körper gelegt, das hat sehr gut geklappt. Und dann gabs noch Knöpfe aus Rosinen.
    Und die brasilianischen Nachbarn kennen sie jetzt auch 😉

  7. Wir haben dieses Jahr mit den Kindern die leckeren Weckmänner gebacken, da ja leider alles für die Kinder in diesem Jahr abgesagt wurde.
    Wie früher wurden sie mit einem kleinen Kirschlolli versüßt.

    In meiner Kindheit haben wir sie als Stutenkerle vernascht.

    1. Liebe Astrid,
      ohja, den Kirschlolli habe ich als Kind auch so geliebt! Schön, dass die Tradition weiterlebt.
      Liebste Grüße aus Berlin
      Elena

  8. Vielen Dank!
    Auch hier in den Niederlanden feiern wir als Familie heute de Martinstag und backen jetzt die Weckmänner nach diesem Rezept!
    😉 be blessed for this
    Ina

    1. Liebe Ina,
      wie schön, sogar bis nach Holland haben es die Weckmänner geschafft! Das freut mich zu hören.
      Liebste Grüße aus Berlin
      Elena

  9. Hallo Sandra , in welche Ecke von Brandenburg bist du gezogen, wo es kein Laternenumzug gibt .
    Hier in Eberswalde gab es schon in meiner Kindheit Laternen Umzug und heute auch noch . ( bin 64 )
    Nur Weckmänner kannte ich noch nicht.
    Bei uns gibt es am Feuer eher mal Knüppelkuchen,. Teig auf einen langen Stock ins Feuer halten und so backen .
    Herzliche Grüße Jutta

  10. Moin moin aus dem schönen Ostfriesland 🙂
    Sind vor 30 Jahren hier gestrandet…haben die hiesigen Traditionen schnell angenommen doch den „Rheinischen Weckmann “ da habe ich vergebens nach gesucht.
    Gerade die Feinheiten wie die Vanille oder Zimt machen jedes Rezept einzigartig……
    Ich habe dem Teig auch schon mal einen Hauch von Zitronenschale oder Orange hinzugefügt. Bei der Orange kann ich die Biosorte “ Washington “ sehr empfehlen. Hat ein tolles Aroma und lässt sich auch gut zu Konfitüre verarbeiten.
    Nun aber zurück zum Rheinischen Weckmann …..hier heißt er Stutenkerl und wird nicht geformt sondern ausgestochen. Ich habe , als meine Kinder noch klein waren, jedes Jahr statt Süßigkeiten Weckmänner verteilt …..dazu Mandarinen und Nüsse,leider mit der Ostfriesischen Tradition gebrochen . Aber die Kinder , die zum Singen kamen , von Haus zu Haus gingen und dabei noch Karnevalskostüme trugen , nahmen es sehr, sehr gerne an. Ja diese Tradition zu Martini / St. Martin war für uns sehr gewöhnungsbedürftig……..:-( jetzt wo ich nun Enkelkinder habe und „Corona „unser Leben bestimmt ist das backen oder kochen von Rheinischen Weckmann oder Sauerbraten ein Stück Heimat.
    Wünsche allen einen schönen St. Martinstag, eine stimmungsvolle Adventszeit und das wichtigste : BLEIBT GESUND

    1. Liebe Karin,
      wie schön, dass diese Traditionen auch fernab der Heimat weiterleben und von Generation zu Generation weiter gegeben werden! Für mich ist der Weckmann auch jedes Jahr ein Stück Heimat und Kindheitserinnerung. Mir persönlich ist der St. Martins Brauch auch tausendmal lieber als Halloween, das hier in Berlin jedes Jahr mehr gefeiert wird.
      Bleib du auch gesund!
      Liebe Grüße nach Ostfriesland aus (dem heute sehr kalten und grauen) Berlin,
      Elena

  11. Lieben Gruß aus Bonn, die Weckmänner und – Frauen sind toll geworden. So luftig und lecker.
    Wir haben die Rosinen in Rum eingelegt, dann werden sie beim Backen nicht hart und in den Teig kam ein halber TL Zimt noch hinzu. Sehr zu empfehlen.
    Danke für das tolle Rezept, wir werden es uns merken.
    Die fünf Prinzen 😊

    1. Liebe Sabine,
      wie schön, das freut mich sehr! Habe auch gerade erst wieder eine Fuhre Männer (und diesmal auch Frauen ;)) gebacken. Das mit den Rumrosinen klingt sehr gut, das werde ich beim nächsten mal auch ausprobieren, danke für den Tipp!
      Liebe Grüße aus Berlin
      Elena

  12. Ja, hallo, schön, dass es dieses Rezept aus meiner Kindheit hier gibt! Mich hat es vom Niederrhein nach Brandenburg gezogen und ich vermisse hier wirklich die alten Traditionen. Laternen, Martin und die Weckmänner oder Brezeln.. Ach, war das schön. Kalte Nasen, die Dunkelheit und der Geruch von Fackeln und einem grossen Feuer auf dem Schulhof. Und wenn es dann nach Hause ging, lagen die Weckmänner schon im Ofen… Zum Abendbrot dann noch Butter aufs Gebäck.. Perfekt.. Gleich danach ging es mit einem vorweihnachtlichen Gefühl auf in die schönste Zeit des Jahres. Schade, dass es hier in Brandenburg so etwas nicht gibt. Ich bin Lehrerin in einer Grundschule und werde dieses Jahr die Kinder mit Weckmännern und einer Geschichte vom Heiligen Martin überraschen 😉 Danke für das Rezept!!

    1. Liebe Sandra,
      ach wie schön, genauso ging es mir als Kölnerin (seit fast 10 Jahren im Berlin Exil) auch! Ich liebe die Sankt Martins Tradition auch total und finde sie tausendmal schöner als das blöde Halloween. Habe auch am Wochenende erst wieder eine Fuhre Weckmänner gebacken ;). Schön, dass ich dir mit dem Rezept ein bisschen Heimat nach Brandenburg bringen konnte!
      Liebe Grüße aus Berlin
      Elena

  13. Weckmännerbacken mit den Vätern im Kindergarten, alte Rotznasentradition!….bei uns noch manchmal eingefordert, auch wenn die beiden schon Teenager sind! Morgen besorg ich noch schnell Hefe, und los geht’s!
    Liebe Grüße aus Köln
    (in meiner badischen Heimat heißt der Weckmann übrigens „Dambedei“)

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