Hochzeitstorte selber machen – so geht’s! | 5 Schritte zum selbst gebackenen Tortentraum

Hochzeitstorte selber machen | So geht's – 5 Schritte zum selbst gebackenen Tortentraum

Eine komplette Hochzeitstorte selber zu machen gehört für alle Hobbybäcker/innen definitiv zu den absoluten Königsdisziplinen. Ich persönlich habe mich erst relativ spät und mit ziemlich viel Respekt an meine erste Hochzeitstorte ran getraut, schließlich soll an diesem besonderen Tag ja alles perfekt aussehen und schmecken. Mittlerweile habe ich aber schon jede Menge ganz unterschiedlicher Exemplare produziert und einen erprobten, festen Ablaufplan, nach dem ich meine mehrstöckigen Torten herstelle. Das A und O bei einem so großen Projekt wie einer Hochzeitstorte ist eine sehr gute Planung, Vorbereitung und Organisation, damit man am Ende beim Backen nicht in Stress gerät. Im Folgenden verrate ich euch die 5 Schritte, die ich jedes Mal durchgehe, wenn ich eine Hochzeitstorte backe und welche Fragen dabei jeweils im Voraus abgeklärt werden müssen. 

Hochzeitstorte selber machen | So geht's – 5 Schritte zum selbst gebackenen Tortentraum

1. Größe

  • Für wieviele Personen soll die Torte sein?
  • Wird die Torte nur als Snack oder Nachtisch gereicht oder wird sie als Mahlzeit (beispielsweise nachmittags zum Kaffee und Kuchen) eingeplant?
  • Gib es zusätzlich noch weitere Torten oder Desserts die vorher gegessen werden?
  • Wieviele Etagen soll die Torte haben?
  • Wie hoch sollen die einzelnen Etagen sein?
  • Sind für die gewünschte Größe ausreichend Kühlkapazitäten in der eigenen Küche vorhanden?

Die erste Frage, die es zu klären gilt, ist die nach der Größe der Torte. Ihr müsst euch darüber im Klaren sein, dass eine dreistöckige Torte für 60 Personen ein erheblicher Mehraufwand ist, als eine zweistöckige Torte für 30 Personen. Überlegt euch also vorher gut, ob ihr euch einem so großen Projekt gewachsen fühlt und vor allem, ob eure Küche den nötigen Platz dafür hergibt. Wichtig ist beispielsweise, dass euer Kühlschrank groß (= hoch) genug ist, um eine dreistöckige Hochzeitstorte temporär darin zu lagern. Auch die einzelnen Füllungen, Ganaches und Cremes müssen vor der Weiterverarbeitung kühl gelagert werden und benötigen Platz. Ich habe mir mittlerweile einen extra Tortenkühlschrank zugelegt, den ich für Hochzeitstorten benutze, da mein normaler Kühlschrank viel zu klein ist, was regelmäßig zu Nervenausbrüchen geführt hat.

Da ich extra hohe Torten schöner finde als flache, verdopple ich die Rezepte für die einzelnen Tortenetagen und -böden meist erst, damit sie höher ausfallen. Anschließend rechne ich das Rezept mit dieser Tabelle auf die gewünschte Größe um:

Je höher die Torte und die einzelnen Etagen sind, desto schmaler fallen natürlich die Stücke aus. Das heißt, dass eine doppelt so hohe Torte mit dem gleichen Durchmesser wie eine flachere Torte für deutlich mehr Personen reicht. Für 60-70 Personen rechne ich daher in der Regel mit einer dreistöckigen Torte mit je 18cm, 24cm und 30cm Durchmesser, wobei jede Etage etwa 12-15cm hoch ist (ohne Deko). 

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2. Zutaten & Geschmack

  • Welche Geschmacksrichtung(en) soll die Torte haben?
  • Sollen die einzelnen Etagen unterschiedliche Geschmacksrichtungen haben?
  • Gibt es bei den Gästen Lebensmittelunverträglichkeiten/ Allergien oder sind Diabetiker/ kleine Kinder/ Schwangere unter den Gästen?
  • Welche Zutaten  (z.B. frische Früchte) sind zum Zeitpunkt der Herstellung saisonal verfügbar?

Mindestens genauso wichtig wie das Aussehen der Torte ist am Ende der Geschmack. Der Vorteil bei einer mehrstöckigen Torte ist, dass man mehrere Geschmacksrichtungen auf einmal einbauen kann und somit für jeden Gast etwas dabei sein sollte. Mir persönlich ist Saisonalität immer sehr wichtig, das heißt eine Erdbeertorte im Januar käme für mich eher weniger in Frage. Ich stimme mit dem Brautpaar immer schon im Vorfeld sehr genau ab, welchen Geschmack es sich für die einzelnen Böden und Cremes wünscht. Die einzelnen Etagen meiner Hochzeitstorten baue ich immer nach diesem Schema auf:

  • Böden (in der Regel Biskuit)
  • Tränke für die Böden (z.B. Likör, Sirup, Fruchtpüree)
  • Cremefüllung (z.B. Ganache, Buttercreme, etc.)
  • Fruchteinlage (frische Früchte oder geliertes Fruchtpüree)
  • Crunch (z.B. Schokostückchen, Nüsse, etc.)

Zu meinen Lieblings-Geschmackskombinationen zählen beispielsweise Himbeere-Mascarpone/ Dunkle Schokolade-Cassis/ Mango-Kokos oder Dunkle Schokolade-Karamell/ Vollmilch-Schokolade-Passionsfrucht.

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3. Aufbau, Transport & Lieferung

  • Sollen die Etagen direkt übereinander gestapelt werden oder soll ein Tortengerüst verwendet werden?
  • Wird die Torte abgeholt oder soll sie geliefert werden? An welchem Tag, zu welcher Uhrzeit und wohin?
  • Welche Außentemperaturen werden voraussichtlich zum Zeitpunkt der Hochzeit herrschen? Muss die Torte gekühlt werden?
  • Kann die Torte vor Ort in der Location bis zum Anschneiden fachgerecht gelagert werden? Sind dort ausreichend Kühlkapazitäten vorhanden?

In der Regel verwende ich für meine Hochzeitstorte keine Gerüste, weil ich es schöner finde, wenn die Etagen direkt übereinander sitzen. Beim Stapeln müssen allerdings einige Dinge beachtet werden, damit die Torte am Ende auch hält und gut angeschnitten werden kann. Ihr benötigt für das Zusammensetzen und den Transport der Torte folgende Materialien (die Links habe ich nur als Beispiele eingefügt, damit ihr wisst, was gemeint ist; einige der Materialien könnt ihr sicherlich anderswo auch günstiger bekommen):

  • ein relativ dickes Cakeboard für die unterste Etage, das stabil genug ist, um am Ende die gesamte Torte zu tragen (z.B. dieses hier); am besten etwas größer als die Torte, damit man es später gut anfassen und hochheben kann
  • ein dünnes Cakeboard pro Etage mit dem exakten Durchmesser der jeweiligen Etage (z.B. diese hier); bei einer dreistöckigen Torte wie oben genannt also drei Cakeboards mit je 18cm, 24cm und 30cm Durchmesser
  • Tortensäulen zur Stabilisierung der einzelnen Etagen (z.B. diese hier); man kann alternativ auch dicke Strohhalme nehmen, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher und verwende diese dickeren Plastikstäbe. Rundhölzer aus dem Baumarkt tun es aber auch.
  • einen hohen Tortenkarton, in dem ihr die Torte schlussendlich verpacken und transportieren könnt

Eine der Tortensäulen wird beim Stapeln durch alle drei Etagen hindurchgesteckt, um zu verhindern, dass die einzelnen Etagen beim Transport auseinander rutschen. Dafür in die oberen beiden Cakeboards mittig ein ausreichend großes Loch schneiden, sodass die Säule später hindurch passt. Beim Schichten den untersten Boden jeweils mit etwas Creme auf dem Cakeboard fixieren. Anschließend die einzelnen Etagen schichten und außen mit Creme einstreichen. Die anderen Säulen werden jeweils auf die Höhe der einzelnen Etagen zugeschnitten und dann in die Torte gesteckt, um die darüber liegende Etage zu tragen. Wie das genau gemacht wird, wird beispielsweise in diesem Video ab Minute 15:00 ganz gut erklärt.

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4. Dekoration

  • Welches Farbkonzept soll die Torte haben (evtl. abgestimmt mit dem generellen Dekokonzept der Hochzeit, Brautstrauß etc.)
  • Welche Dekoration ist gewünscht (z.B. frische Blumen, Zuckerblumen, Cake-Topper, etc.)? Soll essbare oder nicht-essbare Deko verwendet werden?
  • Welche Dekomaterialien  (z.B. frische Blumen) sind zum Zeitpunkt der Herstellung saisonal verfügbar?

Last but not least muss natürlich die Deko besprochen werden. Im Sommer verwende ich besonders gerne essbare (ungespritzte) Blüten, da die Torten somit wirklich komplett essbar ist. Die sind allerdings gar nicht so einfach zu bekommen. Am besten ist natürlich die Variante aus dem eigenen Garten, ansonsten bekommt man sie im Sommer manchmal auch auf Bio-Wochenmärkten, in Feinkostläden oder in der Metro. Wenn ihr normale frische Blumen verwendet, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass sie nicht giftig sind und nicht direkt mit der Torte in Berührung kommen. Das geht zum Beispiel mithilfe von solchen Blumenröhrchen oder Orchideenröhrchen. Frische (aufgeschnittene) Früchte und frische Blumen am besten immer erst kurz vor dem Servieren auf der Torte anbringen, damit sie bis zum Anschnitt frisch bleiben und bis dahin unbedingt im Kühlschrank lagern. 

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5. Zeitplan

Gute Organisation und Vorbereitung sind wie gesagt das A & O bei jeder Tortenplanung. Je besser ihr euch vorher vorbereitet, desto weniger Stress werdet ihr hinterher beim Backen haben. Da eine mehrstöckige Hochzeitstorte sehr viele, relativ komplexe Arbeitsschritte erfordert, muss im Vorfeld sehr gut geplant werden, wann welcher Arbeitsschritt erfolgt, damit man sich am Ende nicht verzettelt. Ich gehe bei der Planung immer nach diesem groben Schema vor:

Tag 1: Einkauf der haltbaren Zutaten und Dekoelemente

Tag 2: Backen der Böden; Vorbereiten der einzelnen Cremes/ Ganaches/ Fruchteinlagen/ Tränken; Vorbereiten eventueller Dekoelemente

Tag 3: Frische Zutaten und Dekoelemente einkaufen (z.B. Beeren, Blumen, etc.); Torte füllen, zusammensetzen und stapeln

Tag 4 (Tag der Hochzeit): Dekorieren der Torte; Transport zur Location; Servieren der Torte 

Hier mal ein beispielhafter Ausschnitt aus einem meiner Zeitpläne für eine Hochzeitstorte:

Beispiel Zeitplan Hochzeitstorte

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Natürlich sind die oben genannten Punkte nur Richtwerte und wenn ihr viel backt, werdet ihr selber am besten wissen, wie ihr euch gut organisiert. Aus eigener Erfahrung kann ich euch aber sagen, dass mit der richtigen (und rechtzeitigen!) Vorbereitung auch ein respekteinflössendes Projekt wie eine Hochzeitstorte durchaus machbar ist! Und das Strahlen des Brautpaars beim Anschneiden der Torte ist einfach unbezahlbar. Wenn ihr noch weitere Fragen rund um das Thema habt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erzählt mir von euren Erfahrungen, wenn ihr selber schon mal eine Hochzeitstorte gebacken habt – ich bin neugierig ;-).

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