Aachener Printen selber backen

Obwohl ich in Köln, also ganz in der Nähe von Aachen, aufgewachsen bin, wäre ich früher nicht auf die Idee gekommen, die berühmten Aachener Printen selber zu backen. Als Kind konnte ich mit den brettharten, schmucklosen braunen Brocken wenig anfangen. Erst in den letzten Jahren habe ich den würzigen Geschmack der klassischen Kräuterprinten ohne Schokoladenüberzug zu schätzen gelernt und bevorzuge heute sogar die harte, knusprige Variante.

Aachener Printen selber backen | Rezept

Im Rahmen einer Handwerksreportage für unser La Pâte Magazin hatte ich letztes Jahr die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Aachener Traditionsbetriebs Printen Klein zu werfen. Dort lernte ich unter anderem, dass der Unterschied zwischen Hart- und Weichprinten nicht in der Rezeptur, sondern in der Lagerung liegt. Da Printenteig kein Ei oder Fett enthält, ist jede frisch gebackene Printe grundsätzlich hart und knusprig, wenn sie aus dem Ofen kommt – auch bedingt durch den hohen Zuckergehalt, der beim Backen kristallisiert. Weich werden die Printen erst, indem sie eine Woche lang in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Damit der Zucker die Feuchtigkeit gleichmäßig aufnimmt, müssen die Printen täglich von Hand gewendet werden.

Aachener Printen selber backen | Rezept

Wer Aachener Printen selber backen möchte, bekommt sie weich, indem sie in einer Blechdose mit einem Stück Apfel gelagert werden. Oder man genießt sie direkt knusprig frisch aus dem Ofen. Wenn ihr noch mehr über die Geschichte der Aachener Printe und weitere traditionelle deutsche Weihnachtsgebäcke lernen möchtet, findet ihr meine komplette Reportage in der Weihnachtsausgabe unseres La Pâte Magazins.

Aachener Printen selber backen | Rezept

Und wenn ihr Lust auf noch mehr weihnachtliche Rezepte wie vom Bäcker habt, schaut doch mal bei meinem Christstollen nach Dresdner Art oder diesen Baumkuchenspitzen vorbei! Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbacken!

Aachener Printen selber backen | Rezept

Hier geht’s zum Rezept für die selbst gebackenen Aachener Printen:

Aachener Printen selber backen

Servings 30 Stück

Zutaten

  • 450 g Zuckerrübensirup
  • 90 g Rohrohrzucker
  • 5 g gemahlener Zimt
  • 5 g gemahlener Koriander
  • 5 g gemahlener Anis
  • 1 Prise gemahlene Nelke
  • 50 g Orangeat
  • 5 g Natron
  • 540 g Weizenmehl Type 405
  • 135 g Krümelkandis

Anleitungen

  • Den Rübensirup mit dem Rohrzucker in einen Topf geben und unter gelegentlichem Rühren erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann die Gewürze unterrühren und die Masse etwas abkühlen lassen. 
  • Das Orangeat sehr fein hacken und unterühren. Den Natron mit dem Mehl vermischen und beides hinzugeben. Dann den Teig etwa fünf Minuten lang durchkneten (am besten mit den Händen). 
  • Zum Schluss den Krümelkandis unterkneten und den Teig abgedeckt an einem kühlen, trockenen Ort drei bis fünf Tage ruhen lassen. 
  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. 
  • Den Teig nochmals durchkneten, etwa 5 mm dick ausrollen und in längliche Streifen schneiden. Mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im vorgeheizten Backofen 10-15 Minuten auf der mittleren Schiene backen. 
  • Abkühlen lassen und in Blechdosen lagern. 
  • Fröhliches Naschen!

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