Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Kölle Alaaf!

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Weniges weckt in mir solche Heimatgefühle, wie der Geschmack von frisch ausgebackenen Mutzemandeln. Die knusprige Hülle mit dem weichen Kern und die Kombination aus Rumaroma und Bittermandelöl ist für mich die kulinarische Kindheitserinnerung an Köln schlechthin. Und an Karneval natürlich. 

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal seit meiner Auswanderung nach Berlin vor beinahe sechs Jahren wieder zur Karnevalszeit in meiner kölschen Heimat. Und beinahe hätte ich vergessen, in welchem Ausnahmezustand sich die Stadt zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch befindet. Jegliche Infrastruktur jenseits der Straßenumzüge ist lahm gelegt, das Kölsch (= Kölner Bier) fließt in rauen Massen, Menschenmassen in bunten Kostümen bevölkern die Stadt und singen bis grölen dazu Lieder auf Kölsch (= Kölner Dialekt), wobei sich die Textsicherheit relativ zum steigendem Promillestand zu fortgeschrittener Stunde immer weiter festigt.  

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Hach ja, irgendwie habe ich es vermisst. Der Berliner an sich interessiert sich für Karneval ja ungefähr so viel wie für die letzte chinesische Rechtschreibreform. 

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Normalerweise mache ich um Frittiertes einen weiten Bogen – zumindest wenn es in meiner eigenen Küche entstehen soll. Und zwar nicht in erster Linie wegen der Hüftexpansionsgefahr, sondern vielmehr wegen dem hartnäckigen Geruch, der sich zwangsläufig in allen Textilien in Reichweite festsetzt. Aber einmal im Jahr darf auch bei mir etwas durch heißes Fett schwimmen: The one and only Mutzemandeln! Und wenn das Öl schon mal heiß ist, kann man direkt noch eine Ladung fluffiger Quarkbällchen hinterherschicken. Bei beidem droht akute Suchtgefahr!

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Und bei sechs Tagen ausuferndem Biergenuss, Tanzen, Singen und Schunkeln braucht man schließlich etwas Solides für Zwischendurch, um bis Aschermittwoch durchzuhalten. Und: die Mutzen und Quarkbällchen eignen sich natürlich auch perfekt als Mitbringsel für die nächste Karnevalsparty. 

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Hier geht’s zu den Rezepten:

Zutaten für die rheinischen Mutzemandeln:

  • 500 g Mehl
  • 150 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 3 Eier
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 1 Fläschchen Romaroma 
  • 3-4 Tropfen Bittermandelöl 
  • 1 Liter Pflanzenöl oder -fett 
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung der Mutzemandeln: 

Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig für eine Stunde in den Kühlschrank stellen und anschließend gleichmäßig dick ausrollen (ca. 1 cm hoch). Mit einer Mutzen-Ausstechform Mandeln ausstechen und vorsichtig aus der Form lösen. Alternativ könnt ihr die Mutzen auch mit der Hand formen oder mit zwei Teelöffeln abstechen. 

In einem Topf einen Liter Öl (z.B. Sonnenblumenöl) langsam erhitzen (Fritteuse geht natürlich auch). Ihr könnt prüfen, ob das Öl schon heiß ist, indem ihr ein Holzstäbchen in den Öl hineinhaltet – wenn sich rundherum kleine Bläschen bilden, ist das Öl heiß genug und die Mutzen können hineingegeben werden. Die Mutzemandeln vorsichtig nacheinander in das heiße Öl legen (Achtung, Spritzgefahr!) und  4-6 Minuten lang von allen Seiten goldbraun ausbacken. 

Die fertigen Mutzemandeln mit einer Schöpfkelle aus dem Topf holen und auf mehreren Lagen Küchenpapier abtropfen lassen, um das überschüssige Öl aufzufangen. Anschließend abkühlen lassen und nach Geschmack mit Puderzucker bestäuben. 

Rheinische Mutzemandeln & Quarkbällchen | Karneval

Zutaten für die Quarkbällchen:

  • 250 g Mehl
  • 1/2 Päkchen Backpulver
  • 250 g Magerquark
  • 75 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1/2 TL abgeriebene Zitronenschale (Bio)
  • 1/2 TL gemahlene Vanille
  • 1 Prise Salz
  • Zucker zum Wälzen
  • ca. 1 Liter Pflanzenöl oder -fett (oder das Öl der Mutzemandeln weiterverwenden)

Zubereitung der Quarkbällchen:

Für die Quarkbällchen die Eier zusammen mit dem Zucker, dem Salz, der Zitronenschale und der Vanille dickcremig aufschlagen. Den Quark dazugeben und zuletzt das Mehl mit dem Backpulver unterrühren. Den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle füllen. 

Den Spritzbeutel nah über das heiße Öl halten und vorsichtig etwas Teig hinein spritzen; die einzelnen Portionen am besten mit einem Messer vom Spritzbeutel lösen, da der Teig sehr klebrig ist. Die Quarkbällchen in 5-7 Minuten goldbraun ausbacken lassen (sie drehen sich in der Regel von alleine um). 

Die fertigen Quarkbällchen anschließend mit einer Schöpfkelle aus dem heißen Fett holen und auf mehreren Lagen Küchenpapier abtropfen lassen, um das überschüssige Öl aufzufangen. Die Bällchen noch warm in Zucker wälzen und servieren. Guten Appetit! 

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